Schreckgespenst im Anmarsch — So können Anleger einer Stagflation begegnen.

Bild von Pexels auf Pixabay

Der perfekte Sturm zieht auf

Bis vor Kurzem schien ein solches Szenario unwahrscheinlich, hielt sich doch die Inflation über Jahrzehnte hartnäckig auf tiefem Niveau. Doch durch eine Kombination aus ultralockerer Zentralbankpolitik, pandemiebedingten Lieferengpässen und dem Ukraine-Krieg führten zu einer Eskalation der Lage. Die Produzentenpreise stiegen auf ein Niveau, welches zuletzt in den 1960er Jahren beobachtet werden konnte. Dem verringerten Angebot steht eine aufgeblähte Geldmenge gegenüber. Sollte dadurch das Vertrauen der Bevölkerung in die Werthaltigkeit des Geldes nachlassen, kann man sich auf einen weiteren Inflationsschub gefasst machen.

Wo gibt es noch einen sicheren Hafen?

Investoren haben dagegen zumindest die Chance auf einen realen Werterhalt, auch wenn für sie das Umfeld ebenfalls nicht leicht ist: Steigende Zinsen führen bei festverzinslichen Anleihen zu Kursverlusten, da deren (niedriger) Kupon im Vergleich zu aktuellen Zinsen unattraktiv wird, was zu einer geringeren Nachfrage und zu Kursrückgängen führt. Rohstoffanlagen profitieren vor allem zu Beginn einer Inflationsperiode, sind allerdings mit den enormen Kursaufschlägen auch anfällig für Rückschläge. Bei Gold wirken zwei entgegengerichtete Kräfte: Zum einen wird das Edelmetall im Vergleich zu den höheren Zinsen unattraktiver zu halten, da es selbst keine Erträge erwirtschaften kann. Eine zunehmende Unsicherheit und schwindendes Vertrauen in die Stabilität des Geldes lässt Anleger allerdings zunehmend in die „Schutzwährung“ fliehen, um reale Vermögensverluste zu vermeiden.

Defensive Aktien als Gewinner.

Auch Aktien befinden sich derzeit in einem perfekten Sturm. Normalerweise leiden Unternehmen durch die steigenden Kosten und sinkende Umsätze gleich doppelt. Abzulesen ist das an der schwachen Kursentwicklung der Aktienindices seit Jahresbeginn, die sich in der Mehrzahl im zweistelligen Minus befinden. Trotzdem kommt man an den Dividendentiteln nicht vorbei. Besonders Unternehmen aus defensiven Branchen wie Versorger, Immobilien und Basiskonsumgüter sind stärker vor der Inflation abgeschirmt und zählen bei einer Stagflation zu den Gewinnern. Im Regelfall können sie Preissteigerungen besser weitergeben, um ihre Gewinnmargen stabil zu halten. Deswegen behaupten sich ihre Aktienkurse sich tendenziell, auch wenn sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt.

Fazit.

Trotz der hohen Inflation und nachlassendem Wachstum bieten Kapitalmärkte eine der wenigen Möglichkeiten, den Wertverlust von Ersparnissen wettzumachen. Im Umfeld steigender Zinsen können sich allerdings insbesondere Anleihen mit mittel- oder langfristiger Laufzeit als Nachteil erweisen. Besseren Schutz haben in der Vergangenheit vor allem defensive Aktien versprochen.

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