Darum erhöhen wir die Aktienquote.

Inflation ist das Thema der Stunde. Sie wird uns erhalten bleiben … auch weil die Notenbanken nicht gegensteuern (können).

Erstmals seit Jahrzehnten spüren die Menschen (schmerzhaft) wieder, was Inflation bedeutet. Die Preise steigen auf breiter Front. Um den Kaufkraftverlust des Geldes zu kompensieren, verlangen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer höhere Löhne. Um das finanzieren zu können, erhöhen die Unternehmen die Preise für Ihre Produkte, was wiederum zu höheren Lohnforderungen führt. Ist diese sogenannte Lohn-Preis-Spirale in Gang gekommen, ist eine solche Dynamik nur schwer zu stoppen. Daher agieren heute die großen Zentralbanken mit Zinserhöhungen.

Noch ist es zu früh, von einer ausgewachsenen Lohn-Preis-Dynamik zu sprechen. Auf der anderen Seite wird deutlich, dass die Zentralbanken das Thema Inflation lange Zeit unterschätzt haben. Auch wenn die Chance auf einen Rückgang der Inflationsraten in der zweiten Hälfte des Jahres besteht, so rechnen doch die meisten Experten mit tendenziell höheren Raten als in den letzten 10 Jahren.

Ende der 1970er bis Mitte der 1980er Jahre hatten die USA das letzte Mal mit solch hohen Inflationsraten zu kämpfen, wie heute. Der damalige Fed-Chef Paul Volker schaffte schließlich, die Preissteigerungen einzudämmen. Sein Mittel: Drastische Zinserhöhungen oberhalb der Inflationsrate. In der Spitze lag der Leitzins bei 20 Prozent.

Solche einen Spielraum haben die Notenbanken heute nicht. Aufgrund der hohen Staatsverschuldung ist deren Handlungsspielraum sehr viel geringer. Im Gegenteil: Zinsen oberhalb der Inflationsrate von 7 bis 8 Prozent sind heute nicht denkbar. Vielmehr werden die Zentralbanken weiterhin versuchen (müssen), die reale Verzinsung (also der Zins abzüglich der Inflationsrate) im negativen Bereich zu halten.

Für Anleihen mit festen Zinsen wird es schwer möglich sein, einen realen Kapitalerhalt zu schaffen. Aus diesem Grund sind für uns Anleihen eine Anlageklasse geworden, bei der das Chance-Risiko-Verhältnis sich nachhaltig verschlechtert hat. Zwar können diese Instrumente weiterhin bei fallenden Aktienmärkten einen Ausgleich im Portfolio bieten. Ihnen bläst jedoch dabei ständig ein starker Wind in Form der Inflation ins Gesicht.

Sachwerte haben es bei strukturell hoher Inflation hingegen einfacher. Neben Immobilien und Rohstoffen sind das vor allem Aktien, denn sie bieten ausreichend hohes Renditepotenzial, um die Inflation auf lange Sicht zu schlagen.

Aus diesem Grund möchten wir unseren Anlegerinnen und Anlegern die Möglichkeit geben, einen höheren Anteil an Sachwerten in Ihren Portfolien zu halten. Hierfür ändern wir die Anlagerichtlinien, wozu wir um Ihre Zustimmung bitten.

Folgenden Änderungen ergeben sich ab 01.09.2022:

BALANCE ETF-Portfolio:
maximale Aktienquote alt: 40%
maximale Aktienquote neu: 60%

LIQUID ETF-Portfolio:
BALANCE ETF-Portfolio:
maximale Aktienquote alt: 20%
maximale Aktienquote neu: 30%

Die Portfolien werden auch nach der Anpassung weiterhin einen ausgewogenen Charakter haben und die Chancen und Risiken breit streuen. Die Umsetzung erfolgt zudem sukzessive, so dass eine Erhöhung des Aktienanteils in mehreren Stufen erfolgt.

Wichtig zu wissen: Mit den Anpassungen sind keine Änderungen bei den Gebühren verbunden, weder bei der Baader Bank noch bei wevest. Die Gebühren bleiben unverändert bestehen.

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